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Irgendwann im Dezember vergangnen Jahres fliegt meine Bürotür auf und Arbeits- und Bikekollege Ernst stürmt mit den Worten: “DAS IST GENAU MEINE VERANSTALUNG!!!“ herein. Was war passiert? Hierbei handelt es sich um eine neue Art von MTB-Wettbewerb, bei dem hauptsächlich das Bergabfahren und Trailsurfen bewertet wird. Das wohl oder übel erforderliche Hinaufradeln findet relaxt ohne Wertung statt oder wird gänzlich durch Shuttletransporte ersetzt.Insgesamt findet das Ganze über mehrere Wertungsprüfungen (Trail, All Mountain, Enduro und Nightride) auf drei Tage verteilt statt. Kurzerhand wurden mit Manni und Spencer noch 2 weitere Mitstreiter gefunden und somit war kurzerhand ein perfekter Herren(sport)urlaub ins Leben gerufen. Als Quartier wurde die bereits mehrfach von den Ombas besuchte und bestens empfohlene Obermoosburg in Goldrain gewählt, wo es uns wirklich an überhaupt nichts fehlte. So wurde eine halbe Nacht nachdem Jogis Jungs dem Senegal zeigten, wo der Hammer Hammer hängt, der Vinschgau angesteuert und 10 Stunden später dann auch bei bestem Wetter erreicht. Auf einer ersten Erkundungstour vorbei am Festivalgelände in Latsch war bereits heftiges Treiben zur Vorbereitung der Veranstaltung zu erkennen. Freitags nach einer etwas zähen Akkreditierung wurden dann im Hotel die letzten Vorbereitungen getroffen, bevor es dann endlich zur ersten Etappe losging. Nach einem Uphill und zwei ersten Trialprüfungen, die vermutlich niemand meisterte, wurden kurz aufeinanderfolgend die ersten gezeiteten Wertungen eingefahren. Handelte es sich bei der ersten Strecke noch um einen mit fiesen knackigen Gegenanstiegen gespickten Trail überwiegend entlang eines Walwages (Spencers Bremsleitung verkeilte sich hier zwischen Reifen und Gabel), war die 2 Zeitetappe mit purem Flow zu beschreiben. Mit breitem Grinsen fuhren alle Teilnehmer zurück zum Festvalgelände, wo der Abend nach einigen Interviews dann irgendwann seinen Ausklang fand.

Der 2. Tag war als All Mountain Tag angesetzt. Vom Festivalgelände ging´s auf breiten Wegen ca 1100 hm hinauf zur Latscher Alm. Unterwegs wurde noch nach einer Kaffeeversorgungsstelle (danke Harald) kurz eine Bergauf zeitnahme eingebaut bevor es auf der Latscher Alm das vorbestellte Mittagessen und die geshuttelten Protektoren für den Downhill gab. 
Frisch gestärkt mussten noch einige Höhenmeter bewältigt werden, bevor es nun endlich auf den heiss ersehnten Trail unterhalb der Tarscher Alm ging. Hinab zum Festivalgelände wurden auf dem geilen Trail 2 Zeitnahmen und 2 Trialwertungen eingebaut. Die gezeiteten Trailabschnitte hatten es wirklich in sich. Nachdem ersten dachte ich, dass mir augenblicklich die Unterarme platzen, der zweite lies mich erstmals in meinem erbärmlichen Mountainbikerleben ausgiebige Erfahrungen mit Bremsfading machen. Konnte ich 50 Meter zuvor noch das Bike schwungvoll mittels Hinterradversetzen durch eine Spitzkehre lenken, griff ich anschliessend vorne ohne jegliche Vorwarnung ins Leere. ECHT GEIL !! Spencer war wenige hundert Meter zuvor das gleiche passiert. Da er dachte er habe seine Bremsbeläge verloren, hat er den halben Trail hinabgeschoben, was sich natürlich ziemlich negativ auf seite Wertungszeit niederschlug. Die zwischen den Zeitnahmen zu fahrenden “Schönfahrprüfungen“ konnten wir sicher meistern. Besonders klasse fand ich die erste, wo man durch ein breites Stufen und Wurzelfeld eine Linie nach unten finden musste. Wieder unten im Ziel angekommen wurde vor der Nightsession Spencers Formula einem kompletten Werksservice unterzogen. Mit anderen Worten erhielt er für stolze 30 (in Worten Dreissig) € ein komplett neues Innenleben einer K24 inklusive neuer Beläge. Ich als Avid-Fahrer ging leider leer aus und habe mir stattdessen für 30 Euronen Mut angetrunken. Nee, stimmt nicht :O), weil..... ....nach Einbruch der Dunkelheit stand ja noch der Night Ride auf dem Programm.Ausgerüstet mit 900 Lumen China Brenner und Aldi Kopflampe wurde für mich die Nacht zum Tag und die Strecke entsprechend dementsprechend gut gemeistert.Die waren Helden sind jedoch diejenigen, die die Strecke im Blindflug meistern. Es sind genau die Leute, welche auch schon bei Motorradrennen mit abgefahrenen Reifen antraten, nämlich genau die, die immer wieder auf die Füsse fallen. Ausgerüstet mit einer Funzel, welche gerade einmal die Kraft besaß, den Boden vor dem Vorderrad ein wenig zu Illuminieren stand nun genau dieser Teilnehmer oben am Start des Night Rides. Fremde, die wissen wollten, ob er denn wirklich mit dieser Beleuchtung ernsthaft zu starten beabsichtigt, wurden lapidar mit dem Spruch: “Vor dem was ich nicht sehe, brauche ich auch keine Angst zu haben!“ abgefertigt. Ich habe selten so dermaßen verstörte Gesichter gesehen. Dank seiner nach Ihm gestarteten Teamkameraden wurde aber auch diesem Mitfahrer sicher über den Trail und heim zum Bierpilz geleuchtet, wo er sich erst einmal mit einer Runde für die geleitete Schützenhilfe bedankte.Prost Spencer! Der letzte Tag stand nun voll im Zeichen des Downhills. Dazu wurde vom Veranstalter der im Vinschgau legendäre 4-Gewinnt Trail ausgewählt. Nach ausgiebiger Chillerei vor dem Shuttle wurden die Teilnehmer in mehreren Fuhren per Kleinbus mit Bikeanhänger bis unterhalb der Latscher Alm geshuttelt, bevor es dann auf den Trail Nummer 4 zurück gen Tal geht. Leider habe ich hier aufgrund meiner nicht ganz intakten Bremse ni cht alles gegeben und trotzdem hat es tierischen Spass gemacht hier herab zu ballern. Im Ziel wurde dann noch bis zum Fussballspiel gechillt. Alles in allem war die Trailtrophy eine gelungene, lockere, chillige Veranstaltung.  Das mit 149 € veranschlagte Startgeld war auf alle Fälle jeden Cent wert. Auch die Sponsoren liessen sich durch hochwertige Sachpreise wie z.B einen All Mountain Rucksack ein Minitool und diverse Gutscheine...nicht lumpen. Was dann am Montag nach der Veranstaltung im Latscher Bikeladen aus meiner Bremsleitung geholt wurde hatte mit Bremsflüssigkeit nicht wirklich viel zu tun. Sah es auf den folgenden beiden Touren noch so aus als sei alleine die mit Wasser versetzte Flüssigkeit Schuld, stellte sich auf dem Montesole-Trail am Mittwoch wiederum heraus, dass die AVID Juicy eine Bremse für “Kirmesberge“ ist, auf längeren anspruchsvollen Singletrailabfahrten jedoch schnell an Ihre Grenzen stösst.Ich glaube, da muss was anderes her. Gerd |